Samstag, 2. Juni 2012

"This is Ace!"
OBS16 revisited Teil 2

Der Samstag:

K-Nut:
Auch wenn es schwerfällt: Für Rocco Recycle geht es früh aus dem Bett. Gefrühstückt wird am Weserufer. Die Sonne knallt auf den Schädel. Rocco hat sich die große Bühne absolut verdient. Er bestreitet, sich im Glitterhouse hochgeschlafen zu haben. Ich glaube ihm.
Blues, Garagenrock und durchaus mal ein paar poppige Töne, alles höchst unterhaltsam. Ein perfekter Start in den Samstag.

Whirlyjoe:
Verflucht – ich hab Rocco verpennt. Bin aber auch mit schwerem Schlafdefizit angereist. Asche auf mein Haupt, ich könnte mir jetzt noch in den Hintern beißen.

K-Nut:
Amanda Rogers hat abgesagt. Ich bin nicht traurig. Als „Ersatz“ kommt Scott Matthew. Ich bin begeistert. Scott singt ausschließlich Coversongs zu Gitarre oder Ukulele. Die Auswahl der Songs ist hochgradig eklektisch, alles wunderschön und very charming.

Whirlyjoe:
Also ich hätte mir Frau Rogers sehr gerne angesehen. Scott Matthew schätze ich ja sehr, aus dem hinteren Garten genossen, erschließt sich der Reiz seiner superentspannten Performance aber nur bedingt. Erneut mein Fehler, aber immerhin habe ich Songs von Sex Pistols und Whitney Houston erkannt. Der Mann hat einfach Stil und Charisma.

K-Nut:
Das "Opfer" der unpassenden Uhrzeit und des schönen Wetters ist diesmal Andrea Schroeder, sind ihre Musik und Stimme doch eigentlich für düstere und späte Augenblicke prädestiniert.
Aber lassen wir dieses Luxusproblem mal beiseite, ich sehe und höre einen wundervollen und bewegenden Auftritt. Einige finden Frau Schroeder zu „divenhaft“, ich finde ihr Auftreten äusserst passend. (Abseits der Bühne ist mein Eindruck auch ein völlig anderer.) Ich ergattere das Album und liebe es. Die Dame hat einen neuen Fan.

Whirlyjoe:
Hui, da war‘s aber mal richtig heiß. Das hatte ich gut durchgebraten vor der Bühne aber schnell vergessen. Gemeinsam mit Pete F. genossen wir die dunkle Schönheit ihrer noch dunkleren Musik, hörten deutliche Einflüsse von Nico, Cowboy Junkies und Mazzy Star heraus. Das Album will ich als Vinyl.

Pete F.:
Wo, bitteschön, darf ich die roten Rosen hinschicken? Im Ernst: Andrea Schroeder und ihre fabelhafte Band sind für mich die Entdeckung dieses OBS. Eine charismatische Sängerin, kongeniale Begleiter, wundervolle Songs, eine Atmosphäre, als träfen sich Nico und Nick Cave, Margo Timmins und Beth Gibbons zur Séance - Andrea und ihre Jungs würde ich für mein Leben gern in einem in blaues Licht getauchten Club erleben, wenn sie schon im sonnendurchfluteten Glitterhouse-Garten so zu betören wissen.
Achtung: Anfang September erscheint das Album offiziell. Kaufen!

Und Scott Matthew war natürlich so großartig wie immer.

K-Nut:
The Fuzztones auf dem OBS. Sie sind tatsächlich da und rocken das Haus bzw. den Garten. Den Saxophonisten, der sie auf dem Stag-O-Lee-Shakedown noch begleitete, haben sie gnädigerweise daheim gelassen.
Die Herrschaften machen einen überaus gut gelaunten Eindruck. Ein Teil der Gäste ist irritiert, der Rest begeistert.

Pete F.:
Genau deswegen höre ich seit 40 Jahren Rock and Roll: Cool, calm and collected legen Rudi und seine Spießgesellen einen Wahnsinnsauftritt hin. Und die gute, alte Vox treibt mir immer noch und immer wieder Tränen der Begeisterung ins Auge. Weiß übrigens wer, wo Lana Loveland ihren einteiligen Zebra-Suite herhat?

Whirlyjoe:
Ich hatte auch befürchtet, dass das mit den Garagen-Legenden im sonnigen Garten nichts wird. Aber ganz im Gegenteil – Rudi und seine Mistreiter strahlten mit der Sonne um die Wette, gaben sich während des gesamten Festivals freundlich, volksnah und handzahm – und legten ein total souveränes Konzert hin.

Das Publikum blieb leider ein wenig misstrauisch, während ich dann doch sehr froh war, ein tolles Konzert privilegiert vom seitlichen Backstage-Bereich zu erleben. Am Durchgang zum Instrumentenkeller war es fast ein wenig zu kühl….

K-Nut:
Auch Kill It Kid mussten absagen. Das finde ich sehr schade. Ihren Platz übernehmen Navel aus der Schweiz. Gefällt mir größtenteils sehr gut. Einige Menschen aus meinem Umfeld, die ansonsten ganz andere Musik hören, sind gar begeistert und kaufen Navel-Schallplatten.
Erland & The Carnival gefallen mir trotz latent vorhandener Indie-Hype-Allergie meinerseits erstaunlich gut. So abwechslungsreich wie erhofft. Sie spielen sogar eine Stagger-Lee-Version.

Whirlyjoe:
Von meinen Indie-Freunden vorab in höchsten Tönen gepriesen, wurden die hohen Erwartungen dennoch problemlos erfüllt. Zweifellos ist die Band mit dem Gitarristen von The Verve ein Fall für das jüngere Drittel des Publikums, aber wie sie das mit sonnigen Mitsing-Melodien, hüfenden Beats und tollen Plinker-Gitarren gemacht haben, finde ich ganz famos. Die perfekte Stimmungsband zur Primetime.


Pete F.:
Das kann ich nur unterschreiben, Joe, bis auf einen Punkt: In meinem Fall war‘s auch ein Fall für das älteste Viertel im Publikum. Großes Kino. Nuff Said.



K-Nut:
Immanu El brauchen eigentlich keine Dia-Schau im Hintergrund. Sie haben trotzdem eine.
Ich denke zu Beginn an die betörenden Holmes aus dem Vorjahr. Auf Dauer wird mir das aber zu drängend, zu dräuend und zu ähnlich in der Struktur.
Wir brechen auf.

Im Stadtkrug brennt die Hütte. Alle DJs in Bestlaune und Höchstform. Lustige Musikwünsche nur vereinzelt – es trifft Stompin Johnson mit: „Das ist die Nummer Eins der Deutschen Charts! Das kennst Du nicht?“
Alle anderen tanzen. Der Schweiß tropft mal wieder von der Decke. Das Thekenteam schwitzt solidarisch mit.

Whirlyjoe:
Oh ja. Das war voll. Und laut, heiß und verraucht. Stadtkrug eben. Der Sound: strictly spoonful auf Anweisung des Chefs. Bekannte Hits muss man dort nicht mehr spielen, damit die Massen tanzen. Hier wurde tatsächlich über die Jahre etwas aufgebaut. Ein Beweis für die Klasse des OBS ist ja immer wieder auch die Tatsache, dass teils prominente Musiker im überfüllten Stadtkrug ihre Hüften schwingen – am Samstag wurde mehrere Fuzztones gesichtet, am Sonntag wie immer auch Chris Eckman.


- to be continued -

Freitag, 1. Juni 2012

"This is Ace!"
OBS16 revisited Teil 1

K-Nut:
 ...und ratzfatz ist das Pfingstwochenende schon wieder rum; das Internet quillt über von OBS-Lobhudeleien. Alle sind hochgradig wohlwollend, alle sind durchgängig positiv, alle sind wahr!
Und wir sind mal wieder ziemlich spät dran. Unsere Ausreden sind aber gut: Wir hatten keine Laptops dabei, wir haben wenig geschlafen, wir haben viel getrunken.

Um es diesmal etwas kompakter zu halten, haben wir uns dazu entschieden, nichts zu Bands zu schreiben, die wir entweder gar nicht gesehen haben oder nicht ganz so aufregend fanden.

Der Donnerstag:
 Anreise aus Köln, zur Abwechselung mal völlig problemfrei. Leider nicht über Paderborn – der liebe Chrispop ist traurigerweise diesjährig nicht dabei. Dafür habe ich mit Martin und Steffi nette Mitfahrer an Bord.
Ankunft am Stadtkrug: großes Hallo, nette Menschen, gute Pizza bei Harry, das erste Bier. Im Stadtkrug ist es mir viel zu heiß, ich verpasse Crocozebra. Alle sind begeistert, sogar der dezent durchnässte R-man. Crocozebra haben viele tanzwütige junge Menschen mitgebracht, der Stadtkrug ist rappelvoll, der Schweiß tropft von der Decke. Das macht Spaß.
Ich verlasse den Laden im Morgengrauen - müde, nass, aber glücklich.

Pete F.:
Spätestens wenn Axel im Stadtkrug Buffalo Springfields „For What It‘s Worth“ auflegt, weiß ich: Irgendwie bin ich back where I belong. Und dann auch mal wieder „Spoon“ von Can in aller Öffentlichkeit gehört (und nicht nur in der stillen Music-Lover-Klause daheim) - das hat schon was. R-Man und K-Nut lassen die Temperaturen mit ihren Platten anschließend ins Subtropische klettern. Was für eine Nacht, was für ein Start.


Der Freitag:
K-Nut:
Früh raus – die Arbeit ruft! Der Stag-O-Lee-Stand will aufgebaut werden. Obwohl wir diesmal nur zu zweit sind und entsprechend früh angefangen haben, sind wir überraschend zügig fertig. Zweite Dusche, der Tag kann kommen! Die Stuttgarter trudeln ein, großes Hallo zum zweiten.

Whirlyjoe:
Trudeln trifft es. Vier vollgepackte PKW (die meisten von uns campen ja) wollen erst mal koordiniert sein. Der für früh geplante Start verlief dann doch eher unkoordiniert und entsprechend stauträchtig. Was uns dann gleich mal den Auftritt von Alamo Race Track kostete.
Christian Kjellvander nahm ich dann leider nur im Hintergrund wahr, denn das Hallo im OBS-Garten wird tatsächlich immer größer, länger und breiter – versüßt mit den ersten leckeren Bieren – so muss das sein! 

K-Nut:
Christian Kjellvander klingt tatsächlich, als wäre er schon mehrfach auf dem OBS aufgetreten. Passt wundervoll hierhin. Stimmungsvoll und ergreifend – sehr schön, das!
The Moon Invaders
Irgendwo lese ich, dass Reggae auf dem OBS immer ein Zuhause hatte. Das ist mir neu!
Die Belgier füllen den Garten (siehe Foto vom Dienstag). Seelenvoller und gar nicht eintöniger Spaß. Da könnte man durchaus gerne eine Tradition draus machen.

Whirlyjoe:
Den Quatsch mit der Reggae-Tradition hat der Herr vom Rolling Stone verbreitet. Tsss. Lustiger war da schon die Ansage, dass die Moon Invaders auf vielfachen Wunsch eines einzelnen Herrn an Bord waren – wir wissen, von welchem. Danke R-man fürs Entdecken der famosen Belgier, die diesmal eher noch besser als vor zwei Jahren beim Stag-O-Lee Shakedown waren.

K-Nut:
The Miserable Rich gingen beim OBS13 ja gänzlich an mir vorbei. Ob’s am fehlenden Schlagzeug, der unpassenden Uhrzeit, zu großer Entfernung zur Bühne oder an falscher Gesellschaft lag? Wer weiß – diesmal gefällt mir das irgendwie! Verführt mich zwar nicht zum Plattenkauf, ist aber bei Weitem nicht so verkopft, wie mich der OBS-Compi-Track vermuten ließ.

Pete F.:
„Time is a jet plane“, sang Bob Dylan einst in „You‘re A Big Girl Now“, „it moves too fast.“ Manchmal hat es aber auch was, wenn die Zeit rast: Man behält offenbar nur das Essenzielle in Erinnerung. Und so ist für mich der Freitag - bei allem Respekt vor den sympathischen Alamo Race Track, dem großartigen Christian Kjellvander und den bewährten Miserable Rich - der Tag der Moon Invaders, jenes bläserbetriebenen Ska-, Reggae- und Soul-Kraftwerks, das angeblich aus Belgien stammt. Wo doch jeder, der Ohren hat zu hören, weiß: Die können in ihrer ganzen groovigen Grandezza nur aus Kingston oder New Orleans kommen
Furios. Nicht weniger.

K-Nut:
Der Stadtkrug ist mal wieder gut gefüllt, es bleibt aber Luft zum Atmen. Das Auflegen läuft ganz entspannt, die Stuttgarter Gast-DJs Jens-O-Matik und Stompin Johnson (am Stag-O-Lee-Headquarter leicht an Tattoos und Sonnenbrillen zu erkennen) sind eine echte Bereicherung. Der unkaputtbare Axel übernimmt die Spätschicht bis in den Morgen.

- to be continued -

Dienstag, 29. Mai 2012


...ein ausführlicher OBS-Bericht folgt natürlich zeitnah (sobald unsere Regeneration etwas weiter fortgeschritten ist.) Es war übrigens mal wieder ganz wundervoll!

Schnellere Berichterstattung (die Kollegen hatten ja auch mehr Schlaf) gibt es unter anderem auf gaesteliste und beim Rolling Stone

(K-Nut)

Sonntag, 27. Mai 2012


The Black Seeds - Dust And Dirt

Die beiden Vorgänger-Alben dieser neuseeländischen Reggae-Band hat euch an dieser Stelle zuletzt Glitzer-Chef Reinhard präsentiert – der war zurecht sehr angetan vom Glitterhouse-tauglichen Reggae, durchaus auf den Spuren der Genre-Götter Fat Freddys Drop.
Black Seeds sind allerdings ein wenig traditioneller orientiert und nicht ganz so soulig und floortauglich wie FFD. Aber ebenso laidback funky, auf dem neuen Album phasenweise auch durchaus rockig inklusive fetter Gitarre. Nennen wir es einfach Openminded-Reggae der neueren Generation, mit dublastigen Digi-Bässen, aber auch durchaus oldschooligem Lovers-Feeling.
Dazu kommen Bläser und wechselnde Vokalisten, eine blitzsaubere Produktion und ein extrem upliftender Vibe, der wie bei der Single „Pippy Pip“ sogar ein wenig discolastig gerät. Nach 125.000 verkauften Einheiten haben The Black Seeds jetzt als ihre eigenen Produzenten mit eigenem Label und somit kompletter künstlerischer Freiheit ein zeitgemäßes Reggae-Album gemacht, das gekonnt und elegant Tradition mit Moderne verbindet.

(Whirlyjoe)

Freitag, 25. Mai 2012

The Impellers – This Is Not A Drill

Heavy Soul & Funk aus Brighton/UK, die zweite. Die zehnköpfige Truppe kommt vom fetten Deep Funk, wechselt aber auch undogmatisch Richtung Afrobeat und Latin.
Charakteristisch ist die sehr satte Bläser-Power, das hat mal richtig Dynamik – wie auch die brodelnde Percussion-Basis. Um hier stimmlich nicht unterzugehen braucht es schon eine echte Soulröhre wie die von Claire Witcher, die nicht nur beim unkonventionellen Cover des Ting Tings-Hits „That’s Not My Name“ brilliert –wie auch bei der einzigen Soul-Ballade „Signs Of Hope & Happiness“.
Mastermind Glenn Fallows setzt aber überwiegend auf brodelnden Funk alter Schule, hinreichend dreckig und extrem druckvoll produziert. Toll ist auch der zornige Funk von "Politiks Kills People" mit souveränem Zitat von Ewin Starrs Klassiker „War“.

Will ich unbedingt live erleben.

(Whirlyjoe)

Dienstag, 22. Mai 2012

OBS-Vorfreude

Ha, nur noch ganz wenige Tage bis zum Orange Blossom Special 16.

Zeit der explodierenden Vorfreude und dem häufigeren Blick auf das Pfingstwetter im Weserbergland. Und wie Veranstaltungsprofis das nun mal machen: das Wetter wird gut, vielleicht sogar perfekt. Man muss also auch dieses Jahr keine Gummistiefel einpacken, eher schon Sonnenhut und Lichtschutzfaktor.

Der Herr K-Nut hat noch einen Vorbericht zur Spannungssteigerung angeregt, weshalb wir uns jetzt mal gemeinsam die feine Hömma-Compilation vornehmen, die Glitterhouse Records sinnvollerweise vorab veröffentlich hat – zum lächerlich geringen Selbstkostenpreis. Gibt’s hier und auch beim Festival.

01. Erland & The Carnival – This Night
Indie-Darlings fürs jüngere Publikum. Finde ich sehr einnehmend, sonnig und gutgelaunt. Kriegt wahrscheinlich zu Recht den Headliner-Platz am Samstag.
Da habe ich beim Intro ja kurz vermutet ich hätte versehentlich ein Archive-Album eingelegt. Der Eindruck verflüchtigt sich aber innerhalb weniger Sekunden. Klingt schon innerhalb eines Songs abwechslungsreich genug um aus dem üblichen Indie-Schema auszubrechen. Bin gespannt.

02. Nive Nielsen & The Deer Children – Good For You
Ganz neu auf Glitterhouse – und aus Grönland stammend! Der Song klingt für mich wie maßgeschneidert für einen sonnig-entspannten Nachmittag im Glitzergarten. Das lebt natürlich etwas vom Niedlichkeits-Bonus, aber ich bin überraschenderweise ganz angetan. Das gefällt mir sehr! Ich hoffe Frau Nielsen fühlt sich auch bei Beverunger Sommer-Atmosphäre wohl.

03. Spain – Because Your Love
Fassen wir und hier besser kurz, lieber K-Nut. Sind uns wohl einig, dass Spain das Highlight des OBS 16 sind. Lieblingsband seit jeher, jetzt nach längerer Pause dieses fabelhafte neue Album – auf Glitterhouse. Ergreifend schöne, über alles erhabene Musik mit garantiertem Gänsehautfaktor. Da werden wir Sonntagnacht wohl beide mit Verspätung im Stadtkrug einlaufen. YES! Die könnten von mir aus an allen drei Tagen spielen! Dann bliebe auch Zeit für Songs der anderen Alben (obwohl das erste und das neue tatsächlich die besten sind). Große Kunst! Das ausgesuchte "Because Your Love" ist für Spain-Verhältnisse übrigens beinahe Speedmetal...

04. Christian Kjellvander – Transatlantic
War der nicht schon mal beim OBS? Scheint mir ja ein ganz klassischer OBS-Act zu sein, wobei dieser Song in seiner in sich ruhenden, weisen Gelassenheit tatsächlich einer der schönsten dieser Compilation ist. Reife Größe möchte ich das mal nennen. Da hätte ich Dir spontan zugestimmt – beim Stöbern im OBS-Archiv habe ich ihn aber nicht gefunden. Mag ich auch sehr gerne. Klassisch gut!

05. The Travelling Band – Sundial MMXI
Die bärtigen Briten durfte ich vor einigen Wochen schon live sehen, fand ich in ihrer erstaunlich frischen 70er Jahre-Fixierung ganz großartig. Haben live Momente von Fleet Foxes ebenso wie von Lynyrd Skynyrd und Crosby Stills & Nash. Nicht verpassen, auch wenn man sie hierzulande noch nicht kennt. Fand ich beim ersten Anhören doof. (Die Bärte hört man förmlich.) Inzwischen haben sie auch mich erwischt – das wird irgendwann zum Ohrwurm. Sehr sehr hübsch!

06. Amanda Rogers – The Best Things In Life Aren’t Things To A Fugitive
Da weiß ich jetzt schon, dass ich am Samstagmittag (hoffentlich nur leicht) verkatert in der Beverunger Mittagssonne stehen werde und mich des Lebens an sich erfreue. Nicht nur wegen dieser charmanten Folk-Elfe. Da muss ich Rembert bezüglich des perfekten Timings loben. Die Mittags-Zeit ist perfekt. Da sitze ich nämlich backstage und esse gerade ein dickes Schnitzel.

07. The Flying Eyes – Overboard
Von dieser Ami-Band hatte ich noch nie etwas gehört, dabei spielen sie tatsächlich den angkündigten „Psychedelic Blues Rock“, der mich hier an Bad Company mit Lap Steel erinnert. Mein „Hömma“-Song-Favorit, freue mich schon sehr auf den Auftritt zur Prime Time am Sonntagabend. Genau da hätte ich die auch auftreten lassen, Rembert. Da bin ich als alter Freund der horizontalen Gitarre auch sehr positiv überrascht. Toller Song! Das mit der passenden Frisur zum Haareschütteln bekomme ich bis Sonntag wohl nicht mehr hin, aber auf die Flying Eyes freue ich mich sehr.

08. The Miserable Rich – Fear Of The Dark
Da tue ich mich jetzt ein wenig schwer, das liegt aber wohl nur an diesem Geigen- und Cello-seligen Song, der mir ein wenig zu arty geraten ist. Müssen mich dann eben live überzeugen. Lustigerweise habe ich da auch „arty“, aber auch „operettenhaft“ auf meinem Notiz-Zettelchen stehen. Dafür bin ich anscheinend zu sehr Kultur-Banause. Die haben mich schon auf dem OBS13 ziemlich unbeeindruckt gelassen. Ob ich wohl kurzfristig von Bier auf Rotwein umsteigen sollte?

09. The Fog Joggers – Forever and A Day
Die junge Truppe aus Krefeld hat sich vor zwei Jahren ja schon in die Herzen des OBS-Publikums gespielt, hier klingen sie süffig und vollreif wie alte Americana-Hasen. Die CCR-Einflüsse scheinen verschwunden zu sein. Klingt auch Dank der tollen Stimme ziemlich abgehangen (im positiven Sinne). Ihre Nervosität dürften sie inzwischen auch abgelegt haben.

10. Andrea Schroeder – Dark Nightingales
Auf das Debütalbum auf Glitterhouse warten wir ja noch, dieser einzige mir bekannte Song verspricht dunkle Atmosphäre und spannende Dynamik. Da gibt es weitere wunderschöne Songs auf ihrer facebook-Seite zu hören. Bin sehr gespannt ob und wie das im Glittergarten funktioniert. Auch hier allergrößte Vorfreude!

11. The Moon Invaders – Different Strokes For Different Folks
Endlich! Reggae beim OBS, und gleich eine der besten europäischen Bands zum Thema. Wer damals beim Stag-O-Lee Shakedown in der Beverunger Eisbahn dabei war weiß, dass die Moon Invaders den Glitzergarten zum Tanzen und Hüpfen bringen werden. Also unbedingt schon am Freitagabend dabei sein und keine Zeit im Anreisestau verschwenden. Über dieses Booking war ich so erfreut wie überrascht! Das wird großartig, garantiert!

12. Israel Nash Gripka – Baltimore
Der Song des Blue Rose-Künstlers beginnt natürlich original wie Ol‘ Neal zu „Harvest“-Zeiten. Womit dann wahrscheinlich exakt die Geschmäcker der OBS-Veteranen im Publikum bedient werden. Diese generationsübergreifende Programmgestaltung muss ich wieder einmal sehr loben. Das wird dann auch die OBS-Besucher der frühen Jahre zufrieden stellen. Die bunte Mischung des Line-Ups macht für mich einen der Hauptgründe aus, warum ich das OBS so liebe.

13. ORPH – Morgue – Die Unbekannte Aus Der Seine
Die singen trotz des Titels nicht deutsch, obwohl sie aus Weimar kommen. Für mich ist das ein wenig umständlich inszenierter Indie-Folk-Prog für jüngere Leute, die auch Get Well Soon mögen. Dieser Song lässt mich etwas ratlos zurück. Da habe ich auch schon ganz andere Nummern von Orph gehört. Das verspricht sehr spannend zu werden! (Und ich mag Get Well Soon so gar nicht...)

14. Alamo Race Track – Shake Off The Leaves
Die Holländer haben die Ehre, das OBS 16 am Freitagnachmittag zu eröffnen, sie tun das mit aufgeräumtem Indie-Rock, zu dem ich nicht allzu viel sagen kann. Auch hier gilt: Sehr abwechslungsreiche Band/Musik! Da ist es nahezu unmöglich einen „typischen“ Song für eine Compi auszusuchen. Ich freue mich auf die Niederländer.

15. Rocco Recycle – Living Dead
Das Unikum hat sich verdientermaßen letztes Jahr vom Garten auf die große Bühne gespielt – und zwar nicht nur als schräge One-Man-Showband, sondern auch mit so tollen, klassischen Songs wie diesem hier. Guter Typ! Den guten Rocco hätte ich bei dieser Nummer wahrscheinlich gar nicht wiedererkannt. Kurzweil und Spaß pur. In meinen Augen die bisher beste Besetzung unter den Pausen-Beschallern. Zu Recht dieses Jahr auf der großen Bühne.

16. The Fuzztones – Between the Lines
Hoffentlich kriegt Rudi Protrudi, der Erfinder des Garagenrocks, am Samstagnachmittag keinen Sonnenbrand. In Erinnerung an ihr Konzert beim Shakedown vor zwei Jahren freue ich mich schon sehr auf die noch immer fitten Legenden, auch wenn sie den eigentlichen OBS-Rahmen dann vielleicht doch sprengen. Ist mir aber recht so, ich mag Abwechslung.
Zweite Band des Stag-O-Lee-Shakedown-Line-Ups und auch zweite große Booking-Überraschung. Das glaube ich erst wenn die vor mir auf der Bühne stehen.

17. Horst With No Name – Grandma
Kerniger Trash-Rock’n’Roll einer Hamburger One-Man-Band. Damit der evolutionäre Nachfolger von Rocco und hier mit einem Song vertreten, den ich gerne auch im Stadtkrug spielen werde. Spoonfull Baby! Da ist mir der Herr Recycle etwas näher, da deutlich abwechslungsreicher. Macht aber auf der Kurzstrecke durchaus Spaß.

18. ClickClickDecker – Einbahnstraße
Dafür bin ich wahrscheinlich zu alt.
Finde ich gar nicht übel! Tolle Gitarrenarbeit auch. Da lasse ich mich mal überraschen.

19. Immanu El – On Wide Shoulders
Der melancholische Ausklang für Samstagnacht – der Schwede liebt es episch und melancholisch, vermutlich wird mal wieder der ganze vollgepackte Garten in Ergriffenheit hingerissen sein. Tatsächlich schwelgerisch schön. Nicht ganz im Holmes-Format, aber ähnlich berührend. Das wird himmlisch, ich sag’s Dir! 

20. ???
Dann gibt es ja noch einen Hidden Track, den ich mal dem streng geheimen Surprise Act zuordnen will, der am Sonntag zur Mittagszeit die Show eröffnen wird. Diese altgediente OBS-Band erkennt man schon am ersten Ton von Stimme und Gitarre und selbstredend hätte sie auch einen gebührenden Headliner abgegeben. Wisst ihr jetzt Bescheid?
Das ist doch inzwischen so gar nicht mehr geheim, oder? Mit der altgedienten OBS-Band liegst Du übrigens falsch! Das ist das neueste Projekt eines OBS-Veteranen. Fällt wohl deutlich rockiger aus als die Stammband... 

Wo sind eigentlich Kill It Kid?
Die Briten haben es leider nicht auf die Compilation geschafft und spielen lauten, deftige und richtig dreckigen Bluesrock. Gefällt mir ganz ausgezeichnet.
Wahrscheinlich hat das lizenzrechtliche Gründe. Am Erscheinen dieser Band bin ich möglicherweise nicht ganz unschuldig, das war mal ein ganz früher Vorschlag. Bluesrock ist ja eigentlich ziemlich pfui, aber was diese blutjungen Engländer da hinlegen klingt, zumindest im Studio, ganz ganz großartig! Und ich habe mir sagen lassen, dass das auf der Bühne genau so gut funktioniert. Kann’s kaum erwarten!

Verdammt, jetzt ist die OBS-Vorfreude doch tatsächlich noch größer geworden…. Wir sehen uns im Glitzergarten, sagt auch mal Hallo zum Shake Baby Shake-Team, das sein Bier wohl wieder gerne hinten am Stag-O-Lee-Stand trinkt.

Cheers!
(Whirlyjoe & K-Nut)

Montag, 21. Mai 2012


Dojo Cuts feat. Roxie Ray – Take From Me

Drei Jahre nach dem auch schon sehr guten Debütalbum der Australier nun das Meisterstück.
Die Band aus Sydney ist die Speerspitze des australischen Retro-Soul/Funk-Movements und macht hier einfach alles richtig. Die Landsleute von Bamboos über Kylie Auldist bis zu Deep Street Soul und Randa & The Soul Kingdom sind ja alle sehr gut, aber dieses Album klingt eben auch ein gutes Stück nach New York, genauer: nach Daptone. Denn am Album waren die Daptone-Dons Gabriel Roth, Neil Sugarman und Homer Steinweiss beteiligt, und das hört man mehr als deutlich.

Hier klingt alles so wunderbar deep und transparent wie bei Sharon Jones, Charles Bradley oder der Menahan Street Band, und auch Vokalistin Roxie Ray kann da mithalten, denn sie singt exakt so, wie ihr Name verheißt. Der Sound ist warm und organisch, der Vibe überwiegend laidback - man kann aber auch richtig funky wie beim Marva Whitney-Cover „What Do I Have To Do“.
Die Bläser sind weniger fett als sehr pointiert eingesetzt, ebenso die butterweich hingetupfte Orgel. Das allerbeste ist aber die Gitarre, ein Traum von subtiler Effizienz und elegantestem Flow. Die Songs sind überwiegend Mid- bis Downtempo, je langsamer desto besser, sage ich ganz entgegen meinen sonstigen Hörgewohnheiten. Gecovert wird übrigens auch „I’d Rather Go Blind“ von Etta James. Für mich das beste Soul-Album seit Charles Bradleys Meisterwerk vom letzten Jahr.

(Whirlyjoe)

Dienstag, 8. Mai 2012

Samstag, 5. Mai 2012

 
Darf man eigentlich Dr. John remixen?

Zweifellos eine in philosophischen Voodoo-Zirkeln vieldiskutierte Frage.

Meine Antwort auf diese ethisch wie ästhetisch heikle Frage: man muss es am Resultat messen. Und angesichts dieses butterweichen, voodoosumpfig schwebenden Versuchs von J. Spaceman – genau dem von Spacemen 3 – aus dem Jahr 1998 kann ich nur sagen: man muss es sogar!
"Modern Psychedelic Spacerock meets des Doctors New Orleans Swamp Funk in a mellow Style" würde ich das mal nennen. Kann man sich hier holen.

(Whirlyjoe)

Donnerstag, 3. Mai 2012

Dirty in Deutschland
The Fabulous Penetrators 

Am Freitag sollten die Fabulous Penetrators im Subrosa in Dortmund spielen, bei freiem Eintritt als Teil einer Rockabilly Night und um 20 Uhr sollte ihr Auftritt beginnen. Das Subrosa ist eine nette Kneipe im Hafengebiet von Dortmund, Chef Cornel ist ein rühriger Kauz, aber der Laden ist bei mir nicht unbedingt als Epizentrum des Rock & Roll gespeichert. Noch dazu hätte ich keinerlei Verbindung zwischen Subrosa und dem Genre Rockabilly vermutet und warum muss die einzige Liveband um 20 Uhr auf die Bühne gehen? Was ist das denn für ein Konzept?
Das alles ging mir durch den Kopf, als wir um 18 Uhr in einem alten Ford Mondeo gen Ruhrpottmetropole preschten. Da meine Begleiter an dem Abend noch fahren mussten, entfuhr mir im 10-Minuten Abstand ein „Mann, habe ich heute einen Durst!“ Was sich später rächen sollte.

 Im Subrosa angekommen, hätte ich mal direkt fast die Schiebetür zum Nebenraum aus der Verankerung gerissen, weil ich sie halt „normal“ öffnen wollte. Dahinter traf ich dann auf Sänger Liam, einen der nettesten Menschen dieses Planeten. Die anderen drei Penetratoren tauchten kurz danach auf und wieder einmal badete ich in der so famosen Wohlfühl-Bandchemie. Und verklappte eifrig DAB von Fass. Rockabilly – oder was Cornel dafür hielt – lief auf Shuffle vom Laptop und als die vier Kämpfer aus London gegen 21 Uhr die Winzbühne des Subrosa betraten, setzten sich die acht offensichtlichen Rockabillysten und – bellas auf die Raucherveranda. Das war egal, denn der schmale Schlauch zwischen Bar und Wand hatte sich bis dahin ganz ordentlich gefüllt.

Die Penetrators legten wie gewohnt mit The Hump los wie die Feuerwehr, hatten ansonsten aber nur noch zwei alte Songs im Programm. Die neuen Tunes brauchen noch etwas Arbeit und ich bin mir nicht ganz im Klaren, ob es wirklich eine Ballade braucht, aber das minderte nicht den Spass am Hi-Speed-Rock & Roll der Burschen. Die Reduzierung zum instrumentalen 3-piece mit Sänger hat ihnen nicht geschadet, Joao und Clem grooven wie Hölle und Crispin’s Finger zu beobachten, während er aus seiner Gretsch eine Soundlawine nach der anderen holt, das fordert schon höchsten Respekt ein. Aber was wären die Penetrators ohne Frontbär Liam?!? Der kam in siedend heißen Club üppig bekleidet auf die Bühne. Zuerst entledigte er sich seines Zorro-Capes, dann war das Leopardenjacket dran, schließlich die Weste. Dann stand er da im großgemusterten Blumenhemd, zog die Hose aus und hatte darunter die passende Hose zum Hemd – so eine Art mutiger Pyjama. Wow!

Was soll ich sagen: beste Rock & Roll Unterhaltung! Nach dem Konzert wurde noch stundenlang weitergeschwatzt, wobei sich ihr Roadie Michael –ein australischer Hardrocker- als prächtige Humor-Ergänzung erwies. Leider gingen die beiden auf dem Heimweg eingeschmissenen Veggieburger mit den diversen DAB und dem Mief im Mondeo (Alter Rauch, neuer Rauch, ein Vanille-Raumerfrischer, alte Heizung im roten Bereich) eine sehr unheilige Verbindung ein, sodaß ich back at home noch eine Runde Porzellanbus fahren musste. Egal, wo gehobelt wird, da fallen auch Späne.
Long live the Fabulous Penetrators!
(R-man)

Ein Tag später in Köln. Im Sonic Ballroom wird ja üblicherweise etwas später angefangen. Im Vorprogram gab es Horst With No Name, ein offensichtlich recht schmerzfreier junger Mann, der mich als One-Man-Band zwar nicht über die gespielten 30 Minuten fesseln konnte, aber für zwei Songs einen Mitmusiker/Stargast auf die Bühne bat, der gekonnt ein paar Kuhglocken und ein Theremin bediente. Das funktioniert auf der OBS-Pausen-Kurzstrecke mit Sicherheit besser.

Auch in Köln gab's ein herzliches Wiedersehen mit der Londoner Rasselbande. Clem musste natürlich seinem Ruf gerecht werden und beklagte sich über "too less girls". Die zweite Gitarre fehlt tatsächlich kein bisschen. So sympathisch Steven auch war, auf der Bühne fehlte er mir nicht wirklich. Crispin macht da einen tollen Job. Die Jungs machen aktuell einen unglaublich hungrigen, super eingespielten und druckvollen Eindruck. Die "Ballade" würde ich eigentlich nicht als solche bezeichnen; die Nummer wird nach hinten raus ja doch recht laut, ist aber zugegebenermaßen eher untypisch für die Penetrators. Liam äusserte vor dem Song auch, dass er etwas Angst vor dem Ding hätte.

Dass Liam gerne diverse Teile seiner Bühnenkleidung auf der Bühne ablegt ist ja nicht neu (auch im Ballroom war es ziemlich warm). Als er aber Schuhe und Hose auszog war ich dann doch etwas irritiert. Das Beinkleid unter der Hose würde ich ja eher als Plüschleggins bezeichnen. Mir fällt weder ein Grund für die Herstellung noch für das Tragen eines solchen Kleidungsstückes ein.

Nach zwei Zugaben machte die Band einen ziemlich fertigen aber glücklichen Eindruck. Ich musste mich dann auch leider zeitig verabschieden, da ich Sonntag früh noch arbeiten durfte und zudem mit dem PKW angereist war. Aber wenn man an einem solchen Abend trotz alkoholfreiem Bier und Cola dermaßen viel Spaß haben kann spricht das schon für sich. Ein wirklich großartiger Gig, gute Jungs, toller Laden!
(K-Nut)

Das große Finale der Dirty in Deutschland-Tour fand dann mal wieder in Stuttgart statt, wo die Fabulous Penetrators bereits zum dritten Mal gastierten: nach dem Stag-O-Lee Labelstart 2009 im inzwischen leider verblichenen Beat Club und dem letztjährigen Gastspiel im Zwölfzehn ging es diesmal ins Goldmarks, der eher punk-orientierten Location am Stuttgarter Charlottenplatz.

Kleinere Widrigkeiten taten einem höchst gelungenen Abend keinen Abbruch: so blieb der Bandbus (genauer: R-mans Familienmobil) kurz vor dem Ziel – aber immerhin innerhalb der Stadtgrenzen – liegen, und der eigentlich sehr guten Idee, die Party nach der Show mit den legendären DJs Jens-O-Matik und Reverend Reichsstadt kurzerhand ins Freie zu verlegen, machte dann ein Gewitter einen Strich durch die Rechnung. So wurde also erst draußen zum ausgiebigen Meet & Greet getrunken (Augustiner, das Beste!), die verzweigte Stuttgarter Community fand erfreulich vollzählig zusammen und sorgte für ein sehr gut gefülltes Haus.
Die vielversprechenden Local Heroes The Tremolettes boten als Jungspunde Anfang 20 ein gut abgehangenes Set zwischen Soul, Country und deftigem Rock (und einem sehr coolen Booker T.-Cover) und sorgten für einen perfekten Einstig in ein erneut wildes Set der Penetrators.

Liams wechselnde Outfits schmeichelten dem Auge des Besuchers, die einzige Konstante sind da wie gewohnt die weißen Slipper. Auch ohne einen zweiten Gitarristen (der jüngste Neuzugang an den Saiten ist schon wieder weg) klang die wilde Truppe tight wie immer, mittlerweile zahlt sich das langjährige Zusammenspiel wirklich aus. Das schwäbische Publikum gab sich anfangs gewohnt hüftsteif, aber die zweite Hälfte des Konzerts war dann von großräumigen Pogoaktivitäten geprägt, dass sogar der Türsteher im Einbauschrankformat ein wenig bremsen musste. Die Jungs hatten sichtbar Spaß und gaben wie gewohnt alles, Schweiß und Bier flossen in Strömen – wie immer eben bei einem Penetrators-Konzert.

Anschließend übernahmen Jens und Robin dann die Decks und spielten einen rundum spoonful-tauglichen Freestyle-Mix zwischen Ska, R&B, Punk und Rock’n’Roll, während wir erst mal draußen standen und Sauerstoff tankten. Die Band gesellte sich dann zu uns, inzwischen kennt man sich ja. Normalerweise verspüre ich kein allzu großes Bedürfnis, mich nach Konzerten mit den Musikern zu unterhalten, aber diese Burschen sind einfach sensationell nett, freundlich und kommunikativ. Dazu versorgten sie uns mit reichlich Backstage-Getränken und alle hatten richtig Spaß. Das sind einfach gute Jungs, die auch nicht vergaßen, ihren heldenhaften Tourmanager Yannick verdientermaßen über den grünen Klee zu loben.

Gegen drei standen wir dann wieder im Club, wer noch konnte, tanzte wild und entfesselt zu einem immer mutigeren und rocknroll-lastigeren Stilmix, den Jens dann tatsächlich mit den mir vorher mit verschwörerischer Miene angekündigten Hardrock/Metal-Nummern krönte: „La Grange“ von ZZ Top und „Run To The Hills“ von Iron Maiden. Hell Yeah! Beim Raustaumeln nahm ich im Hintergrund dann schließlich noch „California Über Alles“ von den Dead Kennedys wahr – ein perfekter Abschluss für einen sehr sehr lustigen und wie erwartet auch bierseligen Abend.

 Freuen wir uns alle schon mal aufs OBS 2013, wo die Penetrators laut eigenem Bekunden wieder spielen werden. Hoffentlich stimmt’s auch!
(Whirlyjoe)

Freitag, 27. April 2012

Abt. OBS-Vorfreude
Burning Eagle Festival in Reutlingen

Am letzten Samstag fuhr eine kleine Stuttgarter Delegation raus auf die schwäbische Alb nach Reutlingen, wo beinahe unbemerkt zum zweiten Mal ein feines Musikfestival durchaus im Geist des beliebten Orange Blossom Special stattfand. Das Burning Eagle residierte im Kulturzentrum Franz K., einem umgebauten Kino mit gediegener Atmosphäre, mit riesengroßer Bühne, ganz vorzüglichem Sound und mit rund 400 Besuchern auch vor gut gefülltem Haus.

Die Besetzung konnte sich dann auch wirklich sehen lassen, denn mit den formidablen Garda und Headliner Dan Mangan waren gleich zwei OBS-geadelte Acts am Start.
Die Atmosphäre war angenehm entspannt, das Publikum – wohl wegen Herrn Mangan – ausgesprochen jung und weiblich. Aber auch der eine oder andere OBS-Veteran wurde gesichtet (hallo Landau!). Den Local Hero Tristan Brusch verpassten wir, bei Garda waren wir aber pünktlich mit dem ersten Nachmittagsbier (Zwiefaltener) am Start.
Die sechs ebenso ausgeruhten wie sympathischen Menschen spielten zwar uncoolerweise im Sitzen, zauberten mit Pedal Steel, Keyboards, Gitarren und schönem Harmony-Gesang – vor allem aber der Conor Oberst-Stimme des Sängers mal wieder sehr subtile und wunderschöne Musik.

Mit dem historischen Ragtime-Folk des Briten Jamie Harrison konnte ich dann wenig anfangen, schon gar nicht mit seinem exaltierten Sax-Player. Dafür aber mit dem vorzüglichen Damien Nicholas DeRose aka Peasant – tolle Stimme, edler Americana-Rock. Der tourt in den nächsten Wochen übrigens weiter durch Europa.
Das Highlight waren dann die Schweden der Travelling Band, an Pfingsten ja zum Glück auch beim OBS am Start. Da hat OBS-Booker Rembert mal wieder eine gute Hand gehabt, denn die fünf bärtigen Skandinavier spielten ein mitreißend enthusiastisches Set mit viel Gitarren-Dampf, tollen 70s-Style-Harmonies und fast schon Southern Rock-artiger Atmosphäre. Da dürfen wir uns schon mal drauf freuen.
Sehr charmant spielte dann die ausgesprochen britisch anmutende Engländerin Liz Green auf, ihr spleeniger Vaudeville-Swing kam beim erfreulich aufmerksamen Publikum verdientermaßen gut an. Es folgten noch Dan Mangan und die Schwesterband The Crackling, für mich ein wenig rätselhaft, wie der Kanadier mit seinem hölzernen Standard-Indie-Emo-Sound so erfolgreich sein kann. Liegt wahrscheinlich an mir, denn das Publikum war wieder einmal restlos begeistert.

Macht insgesamt ein gelungenes und sehr entspanntes kleines Festival mit sehr fairem Eintrittspreis – die 18 Euro waren mehr als gut angelegt. Nächstes Jahr sind wir – dann in neuer Location – natürlich auch wieder dabei.
 
(Whirlyjoe)

Sonntag, 15. April 2012


My Sweet Lord!

George Harrison versucht hier, eine 7" in seinen Car Player zu schieben! Das hätte ich gerne mal erlebt. Wer Geld übrig hat, der kann sich so ein Teil hier ersteigern! Have a nice day! (R-man)

Mittwoch, 11. April 2012

Abt.: Brandneu und direkt ins Herz
Lee Fields & The Expressions
Faithful Man

Nachdem ich mir mit dem Album von Lee Fields in den letzten Tagen mein Herz in Streifen gerissen habe, möchte ich nur mal kurz kundtun, dass Faithful Man ein fabulöses Soul-Monument ist, welches sich aufrecht mit jedem klassischen Soulalbum messen kann. Und da schließe ich auch Otis oder James Carr ein... mögen sie einfach kommen. Lee Fields muss da keine Angst haben. Nachfolgend das Review unseres Herrn Whirlyjoe, eher ein Stoiker... etwas mehr Herzblut dürfte es schon sein. Sagt: R-man.

Nach knapp zwei Jahren endlich ein neues Album von einem der größten Classic-Souler: Lee Fields hat in den 70ern als Independent Artist den kommerziellen Durchbruch knapp verpasst, wurde in den 90ern aber von Soul-Spezialisten wie Desco und Soul Fire wieder entdeckt, was ihm 2009 dann endlich wieder ein neues Album ermöglichte. Die Chance konnte er mit dem souveränen „My World” auch nutzen, jetzt setzt er mit „Truth & Soul“ sogar noch einen drauf und nähert sich fast schon der einsamen Klasse eines Charles Bradley. Seine Stimme ist fast ebenso sensationell, oft klingt er lupenrein nach Bobby Womack, ähnlich roh und heiser - und trotzdem immer unglaublich deep und emotional. Die Songs sind wunderbar eingängig, allerdings nicht ganz so puristisch inszeniert wie die schnörkellose Kunst von Charles Bradley. Lee Fields liebt es üppiger, gerne mit Streichern zu Bläsern, die Songs auch ein wenig komplexer und nicht ganz so klassisch oldschool, saftiger Southern Soul ist schon eher sein Metier. Ganz ähnlich eben wie der große Bobby Womack in den frühen Siebzigern. Produziert haben Jeff Silverman und Leon Michaels vom Truth & Soul-Label, die auch schon für Aloe Blacc und El Michels Affair gearbeitet haben. Hier findet das echte Soul-Revival statt, nicht bei Adele. (Whirlyjoe)

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Sonntag, 8. April 2012


Ein zweites Osterei...
Spoonful - Vol. 58
Hard Row To Hoe

Popcorn ist ein Musikstil, der seit einigen Jahren vermehrt auf Flyern, Postern und vor allem in eBay-Artikelbeschreibungen auftaucht. Dabei sind die Grenzen zu Altbekanntem fließend, und viele Stücke die einem bisher von Rockabilly Record Hops oder Northern Soul Allnightern her geläufig waren, bekommen auf einmal ein neues Etikett (und oft auch Preisschild) ans Revers geheftet. Aber was haben wir uns konkret in dieser exotischen Schublade vorzustellen?

Der Begriff Popcorn oder Popcorn Oldies kommt ursprünglich aus Belgien und die Musik bewegt sich vereinfacht gesagt tempo- und stimmungsmässig irgendwo zwischen den musikalischen Eckpfeilern von Little Willie Johns Fever, Ray Charles' Hit The Road, Jack, Tennessee Ernie Fords Sixteen Tons und Dions Wanderer. „Aha, es geht um den Stroll“ denkt sich jetzt der tanzbegabte Rock'n'Roller, und ja, es geht ursprünglich tatsächlich um einen bestimmten Tanz, aber nein, es ist nicht der Stroll, bei dem Rockabellas und Hepkittens im Formationsflug mehr oder weniger anmutig über die Tanzfläche rauschen. Vielmehr ist der „Popcorn“ als Paartanz eine Mischung aus Disco-Fox und Slow Jive, geschwindigkeitsmässig eher im niederen Bereich verortet und wurde in diesem Rahmen, Musikarchäologen haben es herausgefunden, zum ersten mal 1968 in der Diskothek „The Groove“ im belgischen Ostende aufs Parkett gelegt  - Insider nannten den Tanz „Soul Swing“. Ein gewisser Freddy Cousaert stand hinter den Decks und orientierte sich zunächst an frühen Motown-Stücken und Rhythm'n'Blues an der Schnittstelle zum Soul (was man heute ja auch gerne „New Breed“ nennt). Kurze Zeit später startete die örtliche Tanzbude des Dörfchens Vrasene bei Antwerpen ihren „Soul-Afternoon“, der nur Sonntagnachmittags stattfand! Bald platzten die Tanzflächen hier und bei ähnlichen in ganz Belgien aus dem Boden schießenden Veranstaltungen aus allen Nähten, in Vrasene musste ein Anbau her, der 1970 unter dem Namen „The Popcorn“ eröffnete, und da schau her, plötzlich hatte das Kind einen Namen.

Das Augenmerk der DJs war darauf ausgerichtet, die Tänzer mit seltenen Platten, raren Schätzen und unwiderstehlichen Sounds auf die Tanzflächen zu lotsen. Ein bestimmter Rhythmus und das mittlere Tempo waren das Credo, unter dem die guten DJ's Zeugenaussagen zufolge eine einzigartige Stimmung schaffen konnten. Dabei wurden Tunes auch gerne drastisch runtergepitcht, so lief das 1:56 Min. lange Chills & Fever von Allen Wayne gerne auch mal 3 Minuten! Interessanterweise ist die Tatsache, dass hier ein Musikstil nicht von den Interpreten, sondern den DJs definiert wurde, nicht die einzige Parallele zum gleichzeitig in Großbritannien durchstartenden Northern Soul. Auch die Jagdgründe für begehrte Singles waren die selben, und es gab tatsächlich einen regen Austausch zwischen englischen und belgischen Jägern und Sammlern. Was den Briten zu langsam war, wanderte oftmals nach Belgien und umgekehrt.

Aber der Belgier experimentiert gerne. Da taucht er mal erfolgreich Kartoffelstängchen in heisses Fett, aber wo die Fritten bei uns rot/-weiß kommen, hat er mehr als 30 Saucen am Start. Und an sich gutes Bier versetzt er gerne mal mit dem einen oder anderen Obst. Und so verhielt es sich auch mit dem Popcorn-Sound. Je länger zusätzliche Köche am Brei mitmischten, umso mehr verdarben sie die ursprüngliche Rezeptur. Plötzlich experimentierte man mit Latin, mischte munter Ska-Tunes von Prince Buster und den Skatalites unter und baute schließlich sogar weiße Tränenzieher von Paul Anka, Neil Sedaka und ähnlichen Konsorten ohne Rücksicht auf Verluste ein. Schwülstige Streicher und dramatische Chöre störten kein bisschen, Hauptsache der Rhythmus stimmte. Im Laufe der Jahre wurde der Sound immer weiter verwässert, italienischer und französischer Pop, James Last-mässiger Partysound und noch schlimmere musikalische Verbrechen wurden nun unter dem Namen Popcorn Oldies auf den Plattenteller gelegt und scheinbar schien das niemanden zu stören. Es hätte reichlich Möglichkeiten für einen Aufstand à la "Keep our Popcorn clean!" gegeben - man hat sie alle verpasst. Vor einer aktuell stattfindenden Popcorn Oldies Party in Belgien (da gibt es reichlich) hätte ich echt Angst. Schon alleine die Flyer sind so dermassen neben der Geschmacksspur, dass es schon wieder eine eigene Kunstform ist...

Auf der Suche nach dem Ur-Rezept bin ich tatsächlich über jede Menge Scheußlichkeiten gestolpert (Little Peggy March, Vico Torriani, Sabrina, Pat Boone und reichlich mehr unerträglicher Schleim) und hoffe, die Tunes zwischen Spät-R&B und Früh-Soul (mit einigen Genre-typischen Ausreissern zur besseren Darstellung) freigelegt zu haben, die Ende der 60er/Anfang der 70er tatsächlich im Groove und Popcorn gedropt wurden. Zum guten Schluß läuft allerdings Persian King von Nino Rienzi, eins dieser Spät-Popcorn-Tunes im dramatisch-exotischen James-Last-Partysound, ein Hit auch unter ernstzunehmenden Popcorn-DJs ... so daneben, dass es schon wieder gut ist. Davor gibt es 31 Sides (total 79:57 Minuten) der absoluten Extraklasse und zusammen mit Spoonful #26 - Chills & Fever (der ersten Popcorn Comp) gehört diese CD zu meinen Spoonful-Favoriten. I love this sound! Heavy rotation!  (Prince R-man)

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Samstag, 7. April 2012


Ein erstes Osterei...
Spoonful - Vol. 59
Sin City Jukebox Vol. 7 / Tassel Twisters Special

Völlig überraschend lagen vor kurzer Zeit zwei CDs von Herb Franklin mit Poststempel Wiggins, Mississippi in meinem Briefkasten. Und zwar ebenso überraschend prall gefüllt mit 65 siedend heißen Instrumentals, die der gute Herb aus seinem Fundus zusammengestellt hat. Und zwar nachdem er im Internet stöberte, um den ungefähren Wert seiner zirka 15.000 Singles umfassenden Sammlung zu taxieren. Dort stieß er wiederholt auf den Begriff Tittyshaker, was ihn einerseits mächtig amüsierte und andererseits daran erinnerte, dass in seiner Sin City Bar zu wilden Instrumentalsounds so manch erotischer Tanz aufgeführt wurde und die Tassel (und nicht nur die!) schwer ins Rotieren gerieten.

Tassel Twisters ist deshalb auch der Untertitel des 7. Volumens der Sin City Jukebox. Eine schier grandiose 34 Song Sammlung und wer der Meinung ist (war ich zugegeben auch), dass 80 Minuten Instrumentalsound langweilig sind, der wird seine Meinung revidieren müssen. Denn hier wird alles geboten, vom sleazy Kriecher (das monumentale Crawlin‘ der Untouchables) bis hin zu völlig ausser Kontrolle geratenen High-Speed-Trips, gewürzt durch einige Abstecher in den Orient (Ganiman & His Orientals, Jack La Forge), die Wüste (The Champs) oder auf den Mond (The Premiers). Ein wenig Indianergeheul, wie beim saucoolen Mr. Custer Stomp von The Scouts, oder Urwaldgeräusche tragen zur Kurzweil bei.

Der Tassel Twister kommt mit vintage Sin City Burlesque Original Memorabilia! Und natürlich Linernotes von Herb Franklin selbst. Und das Beste: unser Tassel Twister ist zu 95% Las Vegas Grind-frei! Nur The Whip der Frantics und Buzz Saw von den Gee Cees (letzteres auch die einzige Spoonful-Doublette) finden sich auch auf der Mutter aller Stangentanz-Compilations. Und was Herb hier geschickt hat, kann sich mal gaaaanz locker damit messen. Absoluter Killer! (R-man)

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Freitag, 6. April 2012

Das shake baby shake-Team wünscht frohe Ostern.

Donnerstag, 29. März 2012


Why not? It's only the Beatles... und der Kleine hatte damals noch keine Ahnung, was noch kommen sollte... Sgt. Pepper, Yellow Submarine, When I'm 64...

Donnerstag, 22. März 2012


Heute! Live im Roadrunners Berlin!

Am Freitag, dem 23. März! Doors 21 Uhr! Mordsparty mit The Obsidians feat. Chris Magee, den extra aus London eingeflogenen Excellos und davor, dazwischen und danach die heißesten Scheiben, aufgelegt von Lady Nico und Duke Jens-O-Matic.

Sonntag, 11. März 2012


Top Popcorn tune!

On heavy rotation bei shake baby shake Beverungen...

Samstag, 10. März 2012

 JJ Grey & Mofro im Blue Shell

Da der liebe R-man ja nix zum Nick Waterhouse-Konzert in Berlin schreibt (warum eigentlich?), lege ich hier mal mit einem Kurzbericht zum gestrigen Mofro-Gig in Kölle nach.
Da die Dichte an tollen Konzerten momentan relativ hoch ist, habe ich diesen Pflichttermin irgendwie übersehen und erst gestern mittag entdeckt. Also nach dem Job spontan in die Bahn und in Hoffnung auf Restkarten zum Blue Shell. Dort erstand ich glücklicherweise von einer netten Besucherin ein überzähliges Ticket für äusserst freundliche 10,- € (Vvk 22,80 - man darf ja auch mal Glück haben).
Dann direkt vor die Bühne, wo ich in einem lustigen, internationalen Pulk von Amerikanern, Franzosen und einem Belgier stand. Zwischendurch zum Biernachschub an der Theke brüllte eine schöne Frau am anderen Thekenende meinen Namen. Das passiert mir ja eher selten (...also eigentlich nie). Erfreulicherweise war das die nette Plattenhändler-Clique, die ich beim Rolling Stone-Weekender kennenlernen durfte. Schöne Überraschung, das!

Zurück zur Bühne begannen JJ Grey & Mofro fast pünktlich ihren Auftritt. Ich hatte die Band (damals nur "Mofro") ja zuletzt beim OBS10 im mittäglichen Glitter-Garten gesehen. Damals zu viert und sehr relaxt. In der aktuellen Tourbesetzung standen die Herren jetzt allerdings zu siebt auf der eher kleinen Shell-Bühne. Dazugekommen sind Bassist, Trompeter und Saxophonist. Das gab dem ganzen deutlich mehr Feuer.
Und obwohl die Band in den USA wohl eher vor Publikum ab 700 Personen aufwärts spielt, gaben sie auch vor den geschätzten 200 im rappelvollen Shell so richtig Gas. Es gab Songs von allen Alben, also auch aus der geliebten Glitterhouse-Phase. JJ sang sich die Seele aus dem schmalen Leib; der Mann hat definitiv mehr Soul als alle Paperboy Reeds und Mayer Hawthornes zusammen! Und die Frontmann-Qualitäten des Herrn Grey sind kaum zu toppen, da kann man das eigentlich doofe Voranstellen seines Namens vor den Bandnamen sogar nachvollziehen.

Das ist zugegebenermaßen ziemlich konsersative Musik, eine Mixtur aus Swamp-Rock, Soul und Blues, aber unglaublich lebendig und mitreissend. Der Sauerstoff-Anteil im Blue Shell sank in kürzester Zeit rapide. Ein Zwischenrufer, der sich kurz vor Schluss noch Georgia Warhorse wünschte, bekam diesen Wunsch prompt erfüllt. Überhaupt bestand die Band aus unglaublich guten Musikern, da wurde z.T. auf unglaublichem Niveau improvisiert, das machte großen Spaß, wirkte aber nie übertrieben oder aufgesetzt. Alleine was der tolle Drummer da auf seinem Mini-Kit ablieferte war sensationell (eine Bassdrum, eine Snare und ein bisschen Blech - ich habe ja schon immer gesagt: alles weitere stört bloß!)

Bei der Zugabe bekam natürlich jeder Musiker seine Soloeinlage. Und wie sagte Jörg im Anschluss so schön, wie treffend: "Normalerweise machen so tolle Musiker ja leider eher Scheissmusik."

Fazit: Müde, aber glücklich nach einem wirklich fantastischen Abend mit zwei Stunden großartiger Livemusik, netten Gesprächen und kaltem Becks. Manchmal sind die spontanen Ideen doch die besten. Absolute Empfehlung, für alle die noch die restlichen Tourtermine wahrnehmen können/wollen.

(K-Nut)

Montag, 5. März 2012


Abt.: Das nächste Weihnachts-Fest kommt bestimmt!

...und die Kinder wollen beschenkt werden. Damals (1963) war noch alles viel einfacher. Bei den Seepferdchen gab es auch noch Rabatt!

Freitag, 24. Februar 2012


shake baby shake Kochstudio
The Gutbuster

Holy Shit, was da alles an Sauerei drauf ist, braucht man nicht aufzuschreiben. Als Vegetarier hoffe ich, dass das oben Zwiebelringe sind. Gibt es so ab nächste Woche in der Blues Kitchen in London.

Donnerstag, 23. Februar 2012


Junge Leute zum Mitreisen gesucht!
Sjock #37

Am 6., 7. und 8. Juli steigt tatsächlich zum 37. Mal das Sjock Festival in einem Nest in Belgien. Wir berichteten bereits darüber. Das Festival beginnt am Freitagabend mit diversen Psychobilly Bands, ab Samstagmittag spielen eine Handvoll Truppen das sogenannte Sjowcase und ab zirka 18 Uhr geht es dann richtig los bis Sonntagnacht.

Es gibt eine Hauptbühne auf einer großen, Fussbaldfeld-ähnlichen Wiese (auf dem die geschätzten 1.500 – 2.000 Besucher reichlich Platz haben) und längs daneben ein großes Zelt mit dem schönen Namen Titty Twister. Die Bands spielen immer abwechselnd, es entstehen also keine Pausen. Musikalisch geht das ziemlich straight in Richtung Rockabilly, Rock & Roll und Garage-Punk, bis dato stehen für Sjock #37 folgende Bands fest: Hank III., The Bad Backbones, Hipbone Slim and the Kneetremblers, Gizzelle, The Lonesome Drifters, The Bellfuries, The Blasters, Kneejerk Reactions, New Bomb Turks, Frantic Flintstones, Demented Are Go. Die letzten beiden spielen garantiert am Freitag, die anderen beiden Tage sind Psychobilly-free. Im Line-Up wird sich noch einiges tun, traditionell werden die Headliner in letzter Minute gebucht bzw. angekündigt.

Das Festival selbst findet mitten in einem Wäldchen statt, das Örtchen Gierle ist nicht weit weg. Natürlich gibt es einen Zeltplatz, mit Duschen haben sie es nicht so, dafür gibt es einen tollen Badesee/Freizeitpark 5 Autominuten weit weg.

So und jetzt zum eigentlichen Grund dieses Blogposts und der Überschrift: soeben habe ich auf dem Festivalground einen Stand reserviert, wo ich die Stag-O-Lee Releases (und anderen Kleinkram) feilbieten werde. Immer dem schnöden Mammuth hinterher, sozusagen. Da ich natürlich auch was vom Festival haben will und vom Bierverklappen immer auf die Toilette muss, würde ich mir einen (oder zwei) Helfer/eine nette Helferin wünschen, damit man den Stand nicht immer alleine bewachen muss. Bieten kann ich nicht viel, außer freiem Eintritt, Essen usw… Muss man halt drüber reden. Wenn’s gut läuft, dann lasse ich mich nicht lumpen.  Ansonsten gibt’s statt guter Arbeitsatmo die Peitsche.

Das positive: denke man kann hinter dem Stand zelten –ist also mittendrin- und man hat Strom für Kaffee und was man sonst noch so heiß machen will. Wenn man das gut plant, kann man sich das Wochenende sehr angenehm gestalten.

Allerdings ist das auch das EM-Endspiel-Wochenende. Es gibt aber Fernseher vor Ort, zur Not nehme ich einen eigenen mit, mit Camping-Satellitenschüssel und was man so braucht. Vor Jahren habe ich vom Endspiel Spanien – Niederlande genau die Minute gesehen, in der Iniesta das 1:0 gemacht hat. Noch nie so viele holländische Kinnladen auf einmal runterklappen gesehen.

Bei Interesse bitte Mail an princekoolski (a) hotmail.de – und hier geht’s zur Sjock Webseite. See ya. (R-man)

Freitag, 17. Februar 2012

Spoonful – Many More Hits!

Wir wollen es nach einigem internem Zögern dann doch wagen: eine dritte Spoonful-Hits-CD soll her: die Fortsetzung von Spoonful #13/The Hits And Then Some und # 35/More Hits - streetwise spricht man von "Saviour Discs“, dem ultimativen DJ-Tool, wenn der Abend mal schwer in die Gänge kommt. Oder der DJ abgelenkt ist. Oder betrunken. Oder faul.

Seit der Veröffentlichung unverzichtbarer Bestandteil der Selection von jedem Spoonful Spinner und Stag-O-Lee Allstar und damit tausendfach bewährt zwischen Stuttgart, dem Weserbergland und London. Mir haben die Dinger wirklich schon so dermaßen oft das Leben leichter gemacht…

Und wir wünschen uns wieder eure Mitarbeit. Kriegen wir genügend unwiderstehliche Hits zusammen, die ins Spoonful-Universum passen und dennoch von jedem Betrunkenen, aber auch von blutjungen Tänzerinnen wiedererkannt werden? Und sofort zu tänzerischer Ekstase führen?
Es geht also um unverwüstliche Floorfiller für fast jeden Anlass, Zeug das fast jeder kennt und das trotzdem bis heute verschleißfrei und motorisch anregend seine unwiderstehliche Wirkung entfaltet. Ein Hit ist eben ein Hit.



Die besten haben wir ja schon verbraten, vielleicht bringen wir ja noch mal 30 Knaller zusammen? Nur zur Erinnerung: Sachen wie „I’m A Believer“ von den Monkees taugen zwar immer, sind in ihrer Sixtiespoppigkeit für den Spoonful-Kosmos aber zu glatt. Meinte einst der Chef.



Ich schreite jetzt mal mutig voran und werfe einige Nummern als Basis in die Runde, mit denen ich immer nur die besten Erfahrungen gemacht habe:

Little Richard – Rip It Up
Jackie Wilson - Reet Petite
Nino Ferrer – Mirza
Undertones – Teenage Kicks
Nancy Sinatra & Lee Hazlewood – Jackson
Bill Haley And His Comets – Mambo Rock
Skatalites – When I Fall In Love
Easybeats – Friday On My Mind
Los Bravos – Black Is Black
Stray Cats – Stray Cat Strut
The Specials – A Message to You Rudy

R-man und K-Nut haben auch noch einige Pfeile im Köcher, ab jetzt darf jeder in sich gehen und eigene Vorschläge in die Comments. Wir diskutieren das dann gemeinsam….

Lasst uns nicht im Stich!
Die Tracklistings der ersten beiden Hits-Volumen finden sich in den Comments, um Doppel-Nennungen zu vermeiden…

(whirlyjoe)